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Das Leichteste ist, alles zu nehmen, wie es ist, ohne je
etwas zu hinterfragen. Dann führt man zwar unter Umständen nicht das Leben, was
einem entspricht, aber man muss auch keine Verantwortung übernehmen. Gemäß der
vorherrschenden Einstellung, dass man nach der Schule eine Ausbildung macht und
dann einen Job ausübt, lebt man so jahrein jahraus bis zur Rente und dann stirbt man. Die einen heiraten, die anderen nicht; auch ein Haus, ein Auto oder
ein teures Hobby sind optional. So oder so ähnlich läuft es dann ab.
Welche Überlegungen könnte man anstellen?
Bei mir fanden in den letzten Jahren allerhand Umbrüche
statt. Da gab es die feste und sichere Arbeit, ein Studium, undefinierte
Auszeiten und Jobs im Ausland, freiberufliche Tätigkeiten und Zeiten der
Arbeitslosigkeit. Als ich im Dschungel war, bekam ich sogar mal einen
Heiratsantrag und wer weiß – wenn ich den angenommen hätte, würde ich jetzt
vielleicht im dichten Regenwald wohnen, direkt in der Natur und mit der
Weisheit der Eingeborenen. So abwegig finde ich das ehrlich gesagt überhaupt
nicht. Aber eines haben mich die letzten Jahre doch gelehrt: wie relativ alles
ist, und dass man den Wert der Dinge kennen muss, um gute Entscheidungen zu
treffen.
1. Variante: Freiheit, Verantwortung, Visionsverwirklichung Bei einer selbständigen, bzw. freiberuflichen Tätigkeit ist man für alles selbst verantwortlich, für das eigentliche Produkt, die Planung, das
Marketing, die Kundenbetreuung, die Buchhaltung usw. Es kann manchmal belastend
sein, alles selbst entscheiden zu müssen, aber das gibt auch einen großen
Spielraum. Man kann entscheiden, wann und wo man arbeitet, kann Aufgaben delegieren, und den größten
Vorteil sehe ich darin, dass man wirklich das tun kann, was einem direkt am
Herzen liegt, und zwar so, wie es zu einem passt.
2. Variante: Sicherheit, Struktur, relativer Wohlstand Wenn man irgendwo angestellt ist, muss man sich keine
Sorgen machen, wo das nächste Gehalt herkommt, und hat einen begrenzten
Aufgabenbereich. Das, was man nicht so gut kann, machen andere. Und wenn es mal
schlecht läuft im Unternehmen, sind es auch andere, die sich eine Strategie
überlegen müssen. Dafür muss man nach der Pfeife anderer tanzen und immer, wenn
man etwas machen will, erst um Erlaubnis fragen. Man kann sich die Tätigkeiten
bloß bis zu einem gewissen Grad aussuchen, und kann sich vielleicht nicht
optimal einbringen.
3. Variante: Zeit, Prestigeverlust, Abhängigkeit Wenn man arbeitslos ist und von Hartz IV lebt, kann man
sich nicht viele Sachen kaufen, muss alle Konten offen legen und rechtfertigen,
was man tut. Man wird überwacht. Dafür hat man viel Zeit und kann in Ruhe an
anderen Projekten arbeiten, wenn man denn welche hat.
4. Variante: Risiko, Unabhängigkeit, Abenteuer Immerhin gibt es auch alternative Lebensformen, z.B auszusteigen. Es gibt
Leute, die haben kein Konto und keine Krankenversicherung und leben z.B. vom
Tauschen, oder verdienen zwar mit ihrer Arbeit Geld, aber auf ganz
ungewöhnliche Weise. Ich kenne z.B. eine Frau, die in einem wunderschönen Haus
am See lebt, bestimmte Veranstaltungen und Dienstleistungen anbietet (ist
seriös, sie war früher mal Ärztin) und davon gut lebt. Die Leute finden nur durch
Mundpropaganda zu ihr, und es fließt einfach. Auch ohne Konto, ohne
Krankenversicherung oder ähnliche Formalitäten. Sie lebt innerhalb des Systems und doch außerhalb von ihm. Oder man lebt in irgendwelchen Selbstversorgerprojekten,
oder taucht vielleicht an irgendeinem exotischen Ort unter, wo die Bürokratie
einen nicht so schnell einholt.
Seine eigenen Werte kennen
Das sind die Varianten, die ich momentan sehe. Und auch
wenn die meisten Leute zuerst Sicherheit und somit den festen Job
anstreben, kann man das auch ganz anders sehen. Was ist denn das Wichtigste im
Leben? Ist das wirklich Sicherheit? Für mich ist z.B. Bewusstheit sehr wichtig, und Bewusstheit braucht viel
Zeit zum Reflektieren (Variante 3). Bewusstheit braucht aber auch
Risikobereitschaft, denn man lernt am schnellsten, wenn man ins kalte Wasser
springt oder zumindest viele verschiedene Möglichkeiten ausprobiert (Variante 1
oder 4). Andererseits braucht man aber auch Geld, um seinen Horizont erweitern
zu können. Und wenn man das Geld z.B. durch eine selbständige Tätigkeit
verdienen will, weil sie soviel idealistischer ist, verbraucht man auch sehr
viel Energie durch den Kümmerkram und die Verantwortung, die man hat. Wenn aber
diese Verantwortung momentan gar nicht im Fokus der Entwicklung steht, ist diese Variante vielleicht
nicht optimal und ein normaler Job (Variante 2) ist angesagt. Die vierte
Variante, also z.B. einfach aussteigen, ist die extremste. Sie ist sehr
spannend und man lernt dabei am meisten. Ich habe mehrmals im Leben meine Wohnung
aufgelöst, bin ins Flugzeug gestiegen und war gespannt darauf, was passieren
wird. Das war jedesmal ein Abenteuer und es ging jedesmal gut, aber es ist auch ziemlich nervenaufreibend, wenn man die Gesetze der Manifestation noch nicht
so gut begriffen hat.
Ich will
hier gar nicht für eine bestimmte Variante plädieren, denn alle haben ihre Vor-
und Nachteile und für jeden ist etwas anderes wichtig, bzw. „richtig“. Ich
finde bloß, man sollte mal über seine Möglichkeiten nachdenken, und darüber,
welcher Lebensentwurf am besten zu einem passt, statt automatisch das zu tun, was die anderen tun. Immerhin hat man in diesem Land die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen. Aber klar, das sage ich
natürlich nur, weil Bewusstheit mir so wichtig ist – also überlegt selbst, was
ihr daraus macht :-) |
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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 19. Mai 2012 um 06:41 Uhr |
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Letztes Jahr im September bin ich aus Peru zurück gekehrt
und am nachfolgenden Kulturschock hatte ich über ein halbes Jahr zu knabbern.
Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie ich die Dinge, die ich dort lieben
gelernt hatte, in die deutsche Kultur einbringen kann. Das schien eine
fast unlösbare Aufgabe zu sein, denn ich vermisste hier so Vieles: die weite Natur, Gleichgesinnte, mit denen ich mich treffen konnte, einen Rahmen, um einige der Zeremonien und Rituale auch hier durchzuführen usw.
Eine zeitlang fühlte ich mich innerlich sehr abgeschnitten und hatte Angst,
dass der Kampf gegen das allgegenwärtige Konsumdenken auf Dauer aussichtslos
ist. Nun, etwa 8 Monate später, glätten sich die Wogen langsam.
Ich bin innerlich in Deutschland angekommen und so langsam verstehe ich, wie
ich die Essenz meiner Perureisen hier umsetzen kann. Natürlich kann ich hier
nicht genauso leben wie dort, aber darum geht es auch nicht. Denn die Dinge,
die wirklich wichtig sind, hängen nicht von einer bestimmten Kultur ab. In
meinem Fall war es zwar Peru, wo ich all diese Dinge erfahren habe, aber es
hätte genauso gut in Tibet oder anderswo sein können.
Es geht um die innere Haltung und darum, sich für das, was
ist, zu öffnen.
Freundlichkeit und Menschlichkeit sind wichtiger als Geld
und Sicherheit. Es geht im Leben nicht ums Geldverdienen. Man braucht Geld zum
Leben, aber Geld ist kein Lebenszweck. Dies war die wichtigste Änderung für mein westliches Weltbild, und ich habe ewig gebraucht, um das zu
verstehen. Ich konnte mir nie so richtig vorstellen, was Fülle ist, wie sie
sich anfühlt, wo sie herkommt. Immer wieder habe ich im Außen nach Antworten
gesucht. Dabei ist Fülle kein gedanklicher, bzw. externer Zustand wie z.B. ein
gefüllter Geldspeicher, sondern sie ist zunächst eine innere Einstellung, ein Gefühl.
Selbst, wenn ich „sehr wenig“ habe, kann ich mich reich fühlen, weil ich ein Bett
und Essen habe, Freunde und Erfahrungen und Vieles mehr. Aus dem inneren Bewusstsein von Fülle entsteht die Fülle im Außen. Für mich ist Fülle
gerade gleichbedeutend mit dem Vertrauen ins Leben. Wenn ich mich lebendig
fühle und aus dem Herzen heraus lebe, dann kann ich spüren, dass alles da ist
und immer da sein wird.
Zwei Realitäten Es ist, als ob es eine Realität des Verstandes und eine
des Herzens gibt. Die vom Verstand ist oft trocken und langweilig und kann sich
nicht aus sich selbst heraus erneuern. Die des Herzens ist undefinierbar, voller Überraschungen und schöner Gefühle und fühlt sich höchst lebendig an.
Ich glaube, alles hat damit zu tun, aus dem Herzen heraus zu leben. Ich
vergesse das noch viel zu oft und falle in die vertrackte Verstandesrealität
zurück, die mir haufenweise Probleme suggerieren will. Manchmal ist es nicht
leicht, da wieder rauszukommen. Aber vielleicht ist es ganz gut, dass die
Übergangszeit so schwierig ist, denn so werde ich gezwungen, mich immer wieder
daran zu erinnern, dass die Antworten in mir selbst liegen. Solange ich im Außen
suche und mich von bestimmten Umständen abhängig mache, ist Chaos und Leid
vorprogrammiert, denn es kommt immer anders als man denkt. An den Peruanern hab ich sehr bewundert, dass sie
scheinbar jederzeit lachen und tanzen können, egal, was für Alltagsprobleme sie
gerade haben. Ich hab es immer auf die besondere Umgebung geschoben oder
darauf, dass sie so stark in ihrer Kultur, bzw. in ihrer Tradition verwurzelt
sind, die ihnen diese wunderschönen Tänze und Kostüme etc bietet. Und natürlich
wäre es schon, wenn es sowas hier auch gäbe. Aber nun begreife ich, dass es vor
allem die Fähigkeit ist, sich selbst und das Leben nicht zu ernst zu nehmen. Es
ist auch hier möglich, die Anhaftung an Probleme aufzugeben und sich einfach zu
freuen, worüber auch immer, oder auch ohne Grund. Einfach so, weil man lebt,
weil man atmet, weil man da ist. Aus dieser Haltung heraus kann man „Probleme“
auch viel besser lösen.
Es geht also darum, sich in einer Welt des Konsums, der
Angst und des Terrors, der Wirtschafts- und Finanzkrisen, der Überforderung und
Orientierungslosigkeit seine Menschlichkeit zu bewahren. Wir dürsten danach, darum
ist Peru auch so mit Touristen übervölkert, weil sie trotz aller Unterdrückung
und dem materiellen Elend usw. noch Menschen geblieben sind. Sie lachen, sie
teilen, sie lehren uns, dass kein Geld der Welt Mitgefühl und Freude ersetzen
kann. 
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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 12. Mai 2012 um 06:11 Uhr |
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Es gibt diesen Film „Der Butterfly-Effekt“, in dem es der
Hauptfigur möglich ist, in bestimmte Momente seiner Vergangenheit zurückzureisen.
Man ahnt es schon, und ja, indem er das Geschehen dort verändert, verändert
sich auch die Zukunft. Wenn er dann wieder in die aktuelle Zeit zurück geworfen
wird, landet er in den Umständen, die sich ergeben hätten, wenn er damals so
gehandelt hätte. Im Film versucht er immer wieder, ein Drama zu verhindern, doch natürlich
kann er die Folgen seines Eingreifens nicht abschätzen und die Moral von der
Geschicht ist wohl, dass wir nicht Gott spielen sollen. Ich habe darüber nachgedacht, wo denn diese ganzen
alternativen Lebenswege eigentlich sind? Man könnte sagen, die Frage sei müßig,
denn wo ist ein Kind, was nie geboren wurde? Aber in der Physik gibt es ja auch
die Theorie von den mutiplen Universen, die alle parallel nebeneinander her
existieren (siehe z.B. die Viele-Welten-Theorie von Hugh Everett). Das ist, als
würde die Wellenfunktion nie kollabieren, sondern es werden immer alle Möglichkeiten „real“. Da das eigene Bewusstsein aber nur eine davon wahrnehmen kann,
existiert die Illusion als sei da was kollabiert. Die physikalischen Argumente will ich hier mal außen vor
lassen; was mich vielmehr interessiert, sind die Implikationen, die dabei
auftauchen. Ich spreche hier als jemand, der seit Jahren versucht, die eigene
starre Wahrnehmung aufzuweichen, um zu erfahren, dass alles auch ganz anders
sein könnte. Jahrelang schien es so, als wüßte ich nicht, wo ich da anfangen
soll, denn mir war nicht bewusst, wie gefangen ich in meinen eigenen
Überzeugungen war. Aber diese Viele-Welten-Theorie ist meiner Meinung nach ein
schönes Beispiel dafür, um aufzuzeigen, in was für einer winzig begrenzten
Welt, bzw. mit was für einer winzig begrenzten Perspektive wir so leben und wie
wir auf „Gefahr von außen“ reagieren. Bei der Vorstellung, dass alle
alternativen Möglichkeiten ebenfalls Realität geworden sind (das wären immerhin
unendlich viele unsererer Lebensentwürfe, die einfach so nebenher existieren),
auch wenn wir das nicht direkt wahrnehmen, fängt der Verstand an zu rebellieren
und verteidigt die kleine gewohnte Welt mit aller Kraft. Denn wir haben eine
feste Vorstellung von allem, von Raum und Zeit, dass alles schön dreidimensional und
linear abläuft, dass rot rot ist, und grün grün. Und was wir uns nicht
vorstellen können, bzw. was wir nicht verstehen, ist sowieso gefährlich. Aber
manchmal gibt es eben doch Momente wo mir bewusst wird, dass ich mir gerade
selbst was vormache, weil ich einfach Angst davor habe, was jenseits der
bekannten Welten liegt. Mir geht es hier darum, sich dessen bewusst zu werden,
denn das ist der erste Schritt, wenn man sich aus dem selbst geschaffenen
geistigen Gefängnis befreien möchte.
In Castanedas Büchern kommen öfter mal Situationen vor, wo
er sich übergeben muss, weil sein System damit überfordert ist, total
unlogische und unmögliche Situationen zu verarbeiten. Da rebelliert einfach
alles bis hin zur letzten Zelle, und wohl auch aus gutem Grund, denn wir
brauchen eine Art Sicherheitsmechanismus, um irgendwie klarzukommen. Aber ich
kann mir nicht helfen, ich muss immer wieder nach diesen anderen „Realitäten“
suchen, selbst wenn ich diesen Brechreiz mittlerweile auch schon hin und wieder
verspürt habe. Denn wenn ich erstmal weiß und erfahren habe, dass es neben
meiner sogenannten Realität noch viel mehr gibt, dann kann ich mir nicht mehr
länger vormachen, dass es nicht so ist. Dann ist jede Beteuerung meiner Selbst,
dass die Welt so ist wie ich denke, eine Lüge. Und leider bin ich nicht so
gestrickt, dass ich es dabei belassen kann.
Und was ist das? Ist das nicht der Drang in jedem von uns,
innerlich wirklich frei zu sein und sich selbst und die Welt zu erkennen? Und
ist dieser Drang nicht die Voraussetzung dafür, ein selbstbestimmtes und freies
Leben zu führen? Oder führt er lediglich in den Wahnsinn? Doch ist es etwa kein
Wahnsinn, sich sein gesamtes Leben lang in ein sicheres Schneckenhaus zu
verkriechen und die ganzen phantastischen Wunder des Universums zu verpassen? Selbst, wenn man auf all dies keine Antworten findet, so
machen Filme wie der Butterfly-Effekt mir doch zumindest bewusster, dass die
Entscheidungen, die ich in jedem Moment meines Lebens treffe, Einfluss auf alle
weiteren Ereignisse haben. Jeder Gedanke, jede Handlung, jede Absicht – nicht
umsonst heißt es, der Flügelschlag eines Schmetterlings könne unter Umständen
am anderen Ende der Welt einen Orkan auslösen. Und ich
appelliere wiedermal daran, nie aufzuhören, nach Freiheit und Bewusstheit zu streben, sein
eigenes Wesen zu erkunden und sich ohne Angst immer neuen Realitäten zu
stellen! |
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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 05. Mai 2012 um 07:32 Uhr |
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Neulich hatte ich nachts einen Traum. Ich zog in eine
andere Wohnung um, erstmal zur Zwischenmiete. Es war ein kleines Häuschen, aus
Holz gebaut, und eigentlich gab es nur einen Raum mit drei Betten. Als ich
ankam, saß da schon eine junge Frau und telefonierte – ich wusste nicht so
recht, ob sie nun dazu gehörte oder nicht. Ich stellte meinen Rucksack ab und
schaute aus dem Fenster. Es war eine dschungelartige Gegend und das Klima war
angenehm warm. Plötzlich klopfte es an der Tür und eine Gruppe von
Kindergartenkindern wollte durch das „Wohnzimmer“ laufen. Erstaunt ließ ich sie
durch, sie kamen von der Dschungelseite herein und liefen zur „Bergseite“
wieder hinaus. Ich fragte die Erzieherin, was das zu bedeuten habe und erfuhr,
dass der Hauptmieter nichts dagegen habe, weil sie sonst mit den Kindern einen
riesigen Umweg laufen müsste. Es gab sogar einen Aushang, wo die Tage mit den
genauen Passierzeiten drauf standen. Sie war sehr nett und ich dachte so: na
der muss ja ein entspannter Mensch gewesen sein. Irgendwie fand ich das lustig
und musste lachen. Dann kamen immer mehr Backpacker angereist, insgesamt waren wir
wohl um die 15 Personen, die meisten von ihnen sprachen sogar deutsch und alle
waren gut drauf. Die ganze Szene verwandelte sich in so eine Art Ethno-Camp,
und alle wussten etwas, was sie einbringen konnten. Einige kannten sich sehr
gut mit Pflanzen aus, andere waren Bodenspezialisten und jemand erklärte mir,
wie ich Fenchel aus einer Mikrobe züchten konnte. Wir saßen zusammen am Tisch
und unterhielten uns entspannt, so wie ich es manchmal auf Reisen erlebt hatte.
Im Moment dachte noch keiner darüber nach, wo wir wohl alle schlafen würden;
stattdessen bestaunten wir den dichten Dschungel direkt vor unserer Tür, der
wirklich atemberaubend schön war. Zwischen den vielen Bäumen rankten Lianen,
kletterten kleine Äffchen und flogen seltsame Tiere herum. Alles war in einen
natürlichen Grünton getaucht. Manche von uns wanderten in dieser
Zauberlandschaft herum, berührten die seltsamen Bäume oder spielten mit den
Schmetterlingen fangen. Ich stand auf der Terasse und konnte gar nicht glauben,
wie schön die Natur war. Dann tauchte plötzlich direkt neben uns eine weitere
Blockhütte auf, die einfach ins Bild gerollt kam. Alle jubelten, denn die
zusätzlichen Betten waren eingetroffen. Wir waren wie Kinder, die von den
Eltern, bzw. vom Universum liebevoll umsorgt wurden – nur dass wir keine Kinder
waren, sondern erwachsene Menschen, die sich gegenseitig gut behandelten und
dem Leben vertrauten.
Es war ein Traum, und als ich aufwachte, dachte ich: so
stelle ich mir das Paradies vor! Die Menschen verstehen sich und arbeiten
zusammen, sie lachen und staunen und es ist alles da, was sie brauchen. Es war
wunderschön, dort zu sein. Das Paradies ist kein Ort, es ist ein Zustand in
unseren Köpfen. Ich habe mich schon öfter darüber gewundert, dass es mir so
schwer fiel, mir ein glückliches, erfülltes und „perfektes“ Leben vorzustellen
oder gar für möglich zu halten; bzw. den Zustand andauernder Seligkeit, ohne
immer wieder in selbst verursachte Dramen zu verfallen. Anderen scheint es
ähnlich zu gehen, denn wo man hinblickt, ob nun im Fernsehen oder im realen Leben,
in den Gesprächen mit anderen Menschen etc – überall trifft man auf persönliche
Dramen. Wir sind geschulte Dramaturgen, denn wir haben es von kleinauf gelernt,
„in Problemen zu denken“. Dabei haben wir einfach vergessen, wie es ist,
glücklich zu sein, bis hin zu dem Punkt, dass sich das kaum noch einer wirklich
vorstellen kann.
Und darum
teile ich diesen Traum mit Euch: weil ich möchte, dass ihr euch wieder daran
erinnert, wie es sein kann. Wie sich ein Leben anfühlt, das Eurer wahren Natur
entspricht. Der angsterfüllte Spannungszustand, in dem so viele leben, ist zwar
leider normal, aber er ist nicht natürlich. Natürlich ist es, dem Leben zu
vertrauen und einfach eine gute Zeit zu haben, egal, was das für jeden
einzelnen im Detail bedeutet. |
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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 28. April 2012 um 06:52 Uhr |
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Die Sprache des Universums verstehen |
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Es ist ja öfter die Rede davon, dass man sich vom
Universum oder vom Höheren Selbst oder wem auch immer führen lassen könnte,
dann würde das Leben einfacher und
schöner sein. Doch in was für einer Sprache spricht das Universum eigentlich zu
uns? Da gibt es natürlich unzählige Möglichkeiten, denn grundsätzlich kann
alles, was passiert, eine „Botschaft“ vom Universum (oder wie man es auch
nennt) sein.
Ein Beispiel
Es ist abend, ich habe gerade ein kleines Tief und
bestelle mir etwas Beistand. Während ich am Schreibtisch sitze und aus
dem Fenster schaue, vermischt sich das Muster der Gardinen mit den Zweigen und
Ästen der Bäume vor dem Haus. Wenn ich die Aufmerksamkeit etwas unscharf
einstelle, ist es, als würde mich ein Gesicht anschauen, was wohlbekannte
Assoziationen auslöst und mir immer Kraft gegeben hat. Es ist, als würde es
sagen: ´Kopf hoch, du bist nicht allein!´. Doch nun habe ich verschiedene
Möglichkeiten, wie ich damit umgehe. Eine ist zu sagen: „das ist Einbildung,
das hat mein Verstand gerade konstruiert. Vergiss es.“ Eine andere wäre zu
sagen: „hey, das ging ja schnell, danke Universum!“
Man kann argumentieren, dass der Verstand oder das
Bewusstsein dieses Bild tatsächlich konstruiert hat, aber was in unserer
Wahrnehmung ist denn nicht konstruiert? Wir sind die ganze Zeit damit
beschäftigt, aus den unzähligen Informationen, die uns umgeben, höchst selektiv die herauszupicken, die in unser Weltbild passen. Wir sehen, was wir glauben.
Wenn in unserem Weltbild kein Platz für Intuition oder andersartige Wahrnehmung
ist, dann dringen diese Inhalte gar nicht erst in unser Bewusstsein vor oder wir
rationalisieren sie sofort weg (oder machen eine Wissenschaft daraus, wie bei
der Interpretation von Tintenklecksen).
Der Intuition folgen
Ich fand es wahnsinnig schwer, ein Gespür für die Sprache
des Universums zu entwickeln, denn dafür muss man seinen eigenen Wahrnehmungen
vertrauen und braucht eine entwickelte Intuition. Beides war bei mir nicht der
Fall, weil ich nur das für wahr hielt und zulassen wollte, was den Regeln
höchster Logik folgte. Selbst als ich begann, mich für andere Weltbilder
zu öffnen, brauchte ich lange um zu begreifen, dass die Antworten nicht im
Außen, sondern im Innen liegen. Um mal bei dem Gesicht zu bleiben – da kann
mir keiner sagen, wie real es ist oder was es zu bedeuten hat. Es gibt einfach keine
äußeren Maßstäbe oder Vorschriften dafür, für jeden ist es anders. Es hat mich zeitweise fast zur Verzweiflung
getrieben, dass ich immer wieder gezwungen wurde, selbst zu entscheiden, weil
es anfangs sehr beängstigend war, mir selbst zu vertrauen. Denn bisher hatte
ich immer nur den Rezepten anderer geglaubt, die in schlauen Büchern standen
oder von hochrangigen Wissenschaftlern vertreten wurden.
Die
Intuition ist wie ein Muskel, den zwar jeder hat, der aber trainiert werden
muss, um stark zu werden. Mittlerweile ist es ganz leicht und macht sogar Spaß,
besonders weil ich merke, dass ich meistens richtig liege. Aber vor allem
deshalb, weil ich mir erlaube, Fehler zu machen und es spannend finde, wo denn die
nächste Überraschung herkommt. Die Zeiten sind lange her, wo ich mich als
zufälliges Objekt in einem toten Universum empfunden habe, von dem ich nichts
zu erwarten habe. Ich verstehe das Universum weniger als je zuvor, aber ich
fühle, dass es lebendig ist und dass es mit mir kommuniziert, selbst wenn ich
nicht eine Regel der Logik kennen würde. |
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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 21. April 2012 um 08:00 Uhr |
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